Soli-Aktion in #Wuppertal: Räumung von #SquatBo, #CityPlaza & alle anderen Squats verhindern!

Heute, Freitag den 23. Juni, gab es in Wuppertal Solidaritäts-Aktionen für die von Räumung bedrohten besetzten Häuser Hernerstraße 131 in Bochum, auch bekannt als #SquatBo, sowie dem im April 2016 besetzten City Plaza Hotel in Athen und allen anderen besetzten Häusern.

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Kurz nach 18:00 Uhr startete eine Spontan-Demonstration auf dem Neumarkt in Wuppertal-Elberfeld. Es wurden viele Flugblätter an Passant*Innen verteilt. Die Demonstration lief quer durch die Wuppertaler Einkaufmeile und löste sich vor den City-Arkaden wieder auf, als zwei Polizist*Innen anfingen Verstärkung zu organisieren. Zwei Stunden später folgte noch ein Bannerdrop am Wuppertaler Hauptbahnhof. 
Wir haben nicht vergessen, dass im August und September 2014 die Marienstraße 41 in Wuppertal zwei mal für Leerstand geräumt wurde. Das Gebäude steht auch knapp 3 Jahre später noch leer und diese Art von Räumungen sind kein Einzelfall. So steht auch noch in den Sternen, was die Universität Kassel mit dem Gebäude von #UnsereVilla anstellen wird, nachdem sie es Anfang dieser Woche räumen ließen.
In Bochum wurde letzten Monat das seit mehreren Jahren leer stehende Gebäude an der Hernerstraße 131 besetzt. Das Haus sollte am Donnerstag, den 22. Juni, zwangsversteigert werden. Gläubiger war die Stadt Bochum. Zu der Zwangsversteigerung kam es jedoch nicht. Das Gebäude wurde hinter dem Rücken der Besetzer*Innen Anfang der Woche an einen Investor verkauft. Viele Initiativen unterstützen die Besetzer*Innen und riefen die Stadt Bochum in diversen Solidaritätserklärungen auf das Haus nicht zu räumen. Wir schließen uns an die Forderungen der Besetzer*Innen der Hernerstr 131 an die Stadt Bochum und den neuen Eigentümer*In an. In einer Pressemitteilung schrieben die Bochumer Besetzer*Innen: „Ziehen Sie die Anzeige zurück! Wir möchten in der Herner131 bleiben und unsere Vorstellungen von gutem Wohnen und Leben in die Tat umsetzen und zeigen, welches Potenzial Freiraum bietet. Wenden Sie endlich die Zwecksentfremdungssatzung an! Lassen Sie nicht weiter zu, dass leerstehende Immobilien entweder vor sich hin gammeln oder zum Spielobjekt von Mietspekulant*innen werden! Wir wollen ein Bochum für Menschen von Menschen! Wir wollen eine Organisierung von unten! Wir wollen eine Stadt für alle!“ Unterstützer*Innen rufen dazu auf bei einer eventuellen Räumung zur Hernerstr 131 zu kommen, um die Besetzter*Innen zu unterstützen. Am Tag der eventuellen Räumung wird es um 18:30 Uhr eine Demonstration in der Bochumer Innenstadt und am Samstag darauf ab 15:00 Uhr noch eine zusätzliche Demonstration geben. Für Updates folgt dem Hashtag #SquatBo auf Twitter.
Weitere Gebäude, die von Räumung akut bedroht sind, sind der Kiezladen Friedelstraße 54 in Berlin, das ab dem 29. Juni geräumt werden soll, in Athen die Selbstverwalteten und besetzten Häuser City Plaza, Papouchadiko und das Zoudochou Pigis 119. In Griechenland, wo durch die EU-Grenzschließungen und dem sogenannten EU-Türkei-Deal noch immer zehntausende Menschen, die vor Krieg und Vertreibung geflohen sind, feststecken, wurden in den letzten Monaten mehrere besetzte Häuser geräumt. In einigen dieser Häuser waren auch Geflüchtete untergebracht, damit sie nicht in Zelten in den griechischen Militärcamps leben mussten. Das City Plaza in Athen ist das größte selbstverwaltete Hausprojekt, in dem auch Geflüchtete aus der ganzen Welt einen sicheren Schutzraum finden. In dem 8 Jahre leerstehenden Hotel haben Anarchist*Innen aus ganz Europa etwas verwirklicht, was einzigartig ist – ein Zufluchtsort abseits behördlicher Flüchtlingskontrolle. Hier wird nicht nur Rechts- und Asylberatung angeboten, sondern auch gemeinschaftliches Leben selbstverwaltet organisiert. Die Menschen vor Ort werden in aufgebaute Strukturen, die jedem*r ermöglichen sich dort einzubringen wo er*sie möchte/kann, eingebunden. Dieses vorbildliche Projekt, das bis zu 400 Betten für Menschen bietet, ist den Behörden ein Dorn im Auge, da sie dort keine Kontrolle über die Menschen haben. Die staatliche Alternative sind marode Camps, die wir hier nur aus dem Fernsehen kennen. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen prangern offen die menschenunwürdigen Zustände in den staatlichen Camps/Einrichtungen an. 
Wir fordern den Erhalt von Hernerstr 131, City Plaza und allen anderen besetzten Häusern!
Friedel 54 in Berlin bleibt! 
Öffnet die Grenzen!
Schließen Sie die Camps und Internierungslager!
Beendet den EU-Türkei-Deal!
Eine Bewegung könnt Ihr nicht räumen!
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