2. Eisbrecher #Wuppertal Treffen: Ein Gemeinsames Selbstverständnis Erarbeiten

Das zweite öffentliche Treffen der wiedergegründeten Eisbrecher Wuppertal fand am 30.05.2017, um 20 Uhr im Biergarten des Wirtschaftswunder in der Wiesenstraße 41 in Wuppertal statt. Ein Kurzbericht eine der Teilnehmer*Innen. Nächstes Treffen: 11.6. um 17 Uhr, Otto-Böhne-Platz, bzw. Café Stil Bruch in der Marienstraße/Ecke  Otto-Böhne-Platz.

 

BRAINSTORMING:
Das zweite öffentliche Treffen der wiedergegründeten Eisbrecher Wuppertal fand am 30.05.2017, um 20 Uhr im Biergarten des Wirtschaftswunder in der Wiesenstraße 41 in Wuppertal statt. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn trudelten die ersten Teilnehmer*Innen ein, neue Gesichter, die von dem Treffen gehört oder gelesen hatten und neugierig waren. Insgesamt diskutierten mehr als 25 Menschen an diesem Abend über Politik in Wuppertal, Deutschland und der Welt. Die Gruppe war sehr heterogen, alle Altersklassen und viele, verschiedene, politische Strömungen waren vertreten; auch Menschen, die sich zum ersten Mal politisch organisieren wollen. Trotz teilweise sehr kontroverser Meinungen blieb die Diskussion durchgehend sachlich und freundlich. Zu keinem Zeitpunkt gab es eine feindselige Stimmung oder persönliche Streitigkeiten. Wie auch beim ersten Treffen wurde das von allen Teilnehmer*Innen als sehr wichtig und unerlässlich für zukünftige, politische und soziale Arbeit erachtet. 
Durch die Pünktlichkeit fast aller Teilnehmer*Innen begann das Treffen auch schon um kurz nach acht. Es bedurfte keiner Redeliste, weil mehrere Teilnehmer*Innen darauf achteten, dass diejenigen zuerst sprechen durften, die sich zuerst gemeldet hatten. 
Zunächst wurde über die Hausbesetzung in Bochum gesprochen. Alle Teilnehmer*Innen äußerten sich sehr erfreut darüber, dass in Bochum ein Raum für Nachbarn entstanden ist und dieser von der Nachbarschaft auch in Anspruch genommen wird. Es wurde entschieden, sich öffentlich mit den Besetzern zu solidarisieren und die Aufmerksamkeit für das Thema auch in Wuppertal zu erhöhen. Geplant sind ein Vortrag im AZ in Wuppertal über das Projekt in Bochum und ein Besuch des besetzten Hauses.
Anschließend wurde über das Konzert der „Fascho-Band“ Thompson am 4.6.2017 im Apollo 21 in Wuppertal geredet. Ein kroatischer Teilnehmer*Innen warnte vor der Militanz der Besucher dieses Konzertes. Nach einer sorgfältigen Analyse der Situation entschied die Gruppe sich dafür, die direkte Konfrontation mit den Besuchern des Konzerts nicht einzugehen. Stattdessen wurde entschieden, dass man die Bevölkerung dafür sensibilisieren sollte, was dort passiert. Dies soll auf verschiedenen Ebenen passieren.
Der nächste Punkt war die bundesweite Kampagne und Demo der verschiedenen Flüchtlingsinitiativen im September. Mehr Infos findet ihr hier: http://www.welcome-united.org/de/home/.Die Gruppe entschied, den Aufruf zu unterstützen und auch in Wuppertal in den entsprechenden Tagen auf das Thema Grenzschließungen, Abschiebungen und Fluchtursachen aufmerksam zu machen. Die Bundesregierung hat eine beeindruckende Zahl bekannt gegeben: In Deutschland engagieren sich 6 Millionen Menschen für Flüchtlinge. Dazu findet ihr hier mehr Informationen: https://www.ankerherz.de/blog/millionen-gutmenschen-die-buergerbewegung/ Es wurde bemerkt, dass diese Menschen sich in einer politisierenden Phase befinden, da viele anfangs nur aus humanistischen Gründen helfen wollten, nun aber durch die Abschiebepolitik politisiert werden und sich zunehmend radikalisieren. Daher schätzte die Gruppe das Mobilisierungspotential hoch ein. 
Anschließend wurde über den G20-Gipfel in Hamburg gesprochen. Es gab verschiedene Ansätze, wie man in Wuppertal das Thema der G20 aufs politische Parkett bringen kann. Es wurde der Vorschlag geäußert, dass wir anhand eines Flyers oder einer Broschüre aufzeigen könnte, was die G20 eigentlich sind, welche Politik sie machen und warum sie damit uns allen und dem Planeten schaden. Konkretere Ansätze, Aktionen oder Demos werden nun in einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet. 
Die Medien-Gruppe äußerte die Bitte um Zuwachs, da aktuell zu viel Arbeit auf den Schultern von zu wenigen Personen liegt. Es gab einige Teilnehmer*Innen, die sich interessiert äußerten, genau wie auch beim letzten Treffen. Es wurde von den Leuten der Medien-Gruppe angemerkt, dass Workshops zum Angleichen der Kenntnisse und Fähigkeiten sinnvoll sein könnten. Auch hier wurde eine Arbeitsgruppe gegründet und ein erster Termin für ein Treffen.Außerdem wurde über eine Massenzeitung gesprochen, die kurz vor den Bundestagswahlen verteilt werden könnte, gerade in Stadtteilen, die politisch in Richtung AfD kippen könnten. 
Womit eine gelungene Überleitung in den nächsten Punkt gelungen ist, die Stadtteilanalyse von Wuppertal. Wie schon beim letzten Treffen wurde sich auf die Wahlanalyse von https://politischerechtskurve.noblogs.org/post/2017/05/16/13-574-wuppertalerinnen-wahlen-rechts/. Es wurde allerdings von einem Teilnehmer darauf hingewiesen, dass diese Studie schief sei für eine gesellschaftliche Analyse, da es eine Menge Leute in den einzelnen Stadtteilen gebe, die nicht wahlberechtigt seien. Daraufhin gab es eine kurze Diskussion über Wahlen im Allgemeinen, den Ablauf, mögliche Wahlfälschungen. Ein Teilnehmer machte darauf aufmerksam, dass in Wesel die AfD bei den letzten Wahlen vor den Wahllokalen gestanden hat und somit strafbare Wahlmanipulation betrieben hat. Nach einigen Minuten wurde aber entschieden, das Thema vorerst ruhen zu lassen und sich stattdessen zuerst als Arbeitsgruppe um eine gesamtgesellschaftliche Analyse der Stadtteile in Wuppertal zu bemühen. Hierbei sollen bewusst Menschen aus verschiedenen Stadtteilen angesprochen werden und dazu animiert werden, sich selbst einzubringen. Dann soll gemeinsam entschieden werden, welche Stadtteile für uns interessant sein können und was wir dort genau tun können, um solidarische Strukturen aufzubauen und linke Politik voran zu treiben. 
Wie auch bei einigen, anderen Punkten landete die Diskussion immer wieder beim Selbstverständnis der Gruppe, das aktuell gemeinsam erarbeitet wird. Es gab eine anregende Diskussion über die Art und Weise dieses Selbstverständnis, die noch nicht abgeschlossen ist. Nahezu alle Teilnehmer*Innen erachteten es als wichtig, dass die Gruppe ein gemeinsames Selbstverständnis erarbeitet, damit zum einen neue Leute wissen, auf wen sie sich einlassen und zum anderen bei politischen Aktionen auf dieses Selbstverständnis verwiesen werden kann. Außerdem wurde betont, dass ein solches Selbstverständnis vor Vereinnahmungen von Parteien oder anderen Gruppen schützt. Es wurde entschieden, dass Selbstverständnis zügig zu erarbeiten und eine Art Manifest zu entwickeln. Es wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass es nicht zu eng gefasst werden darf, da sich Gruppen und Umstände ändern. Dennoch hielten es alle Teilnehmer*Innen für unerlässlich klare, politische Linien zu ziehen.
Des weiteren wurde von einer Teilnehmerin auf eine Studie aufmerksam gemacht, die die EU in Auftrag gegeben hat, um herauszufinden, ob die junge Generation einen Aufstand unterstützen würde. Doch die Studie ist deutlich umfangreicher mit etlichen Fragen aus Gesellschaft, Kultur, Heimat, Eltern, Nationalität, usw. Wer sich mit ihr beschäftigt, bekommt ein detailliertes Bild der jungen Generation in Europa, aber auch in Deutschland. Hier stimmten immerhin ganze 37% der 15 – 33jährigen dafür eher einen Aufstand zu unterstützen, als wählen zu gehen. Daraufhin wurde betont, dass Revolten und Revolutionen immer von einer kleinen Minderheit der Bevölkerung ins Rollen gebracht wurden. Als einige Teilnehmer*Innen Bedenken welche Art von Aufstand diese Leute wohl unterstützen würden, konnte mit einem Verweis auf die Frage „Was denkst du über Nationalismus in Europa?“ beantwortet werden. 78% stimmten für „Er nimmt zu, und ich finde diese Entwicklung negativ.“.
Das Treffen endete in einigen losen Gruppen, die sich noch einige Minuten unterhielten, dann wurde der Tisch aufgeräumt und die Veranstaltung war beendet. 
Nächstes Treffen: 11.6. um 17 Uhr, Otto-Böhne-Platz, bzw. Café Stil Bruch in der Marienstraße/Ecke  Otto-Böhne-Platz.
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