#M18 #Blockupy: Refugees are welcome here! Klarstellung zu den Ereignissen am Kolpingwerk

18m4Hoch schlugen die Wellen der Empörung als es am Mittwoch hieß, dass minderjährige Flüchtlinge angegriffen wurden. Mittlerweile ist bekannt, dass es diesen Angriff, in der Form wie er dargestellt wurde, nie gegeben hat. Gestern Abend erschien ein Artikel auf taz.de der die darunterstehende Erklärung vom Blockupy Netzwerk nicht nur bestätigt, sondern sogar die Frage aufwirft, ob und wenn ja was für ein mieses Spiel vom Kolpingwerk betrieben wurde.

„Es ist nicht hinzunehmen, dass unbeteiligte Menschen bedroht und eine Unterkunft von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen mit Pflastersteinen beschädigt wird.“ Das erklärte am Mittwoch der Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland, Ulrich Vollmer. Die Taz online schreibt dazu: „Er bezog sich auf eine Kolping-Einrichtung in der Straße Allerheiligentor im Frankfurter Ostend, in der 20 Flüchtlinge leben. Doch gegen diese Gebäude flog am Mittwoch kein Stein, alle Scheiben blieben ganz. Durch Steinwürfe beschädigt wurde lediglich die Tür eines ebenfalls vom Kolpingwerks betriebenen, kommerziellen Hotels in der Langen Straße. Das befindet sich aber um die Ecke in einem separaten Gebäude. Es hat lediglich denselben Träger. Bei Telefonaten am Freitag hatten weder die Leiterin der Einrichtung, Claudia Menesch, noch der Sprecher des Kolpingwerks Deutschland, Martin Grünewald, diesen Unterschied für erwähnenswert gehalten. Grünewald hatte vielmehr die Forderung bekräftigt, die Vertreter der Blockupy-Bewegung mögen sich „gegenüber den betroffenen Flüchtlingen entschuldigen“.

Blockupy Erklärung:

Refugees are welcome here! Klarstellung zu den Ereignissen am Kolpingwerk

Eine Mitteilung des Kolpingwerks, das in Frankfurt Unterkünfte für minderjährige Geflüchtete bereitstellt, hat in den letzten Tagen zu Missverständnissen geführt. In den Medien ist die Rede davon, im Rahmen der Blockupy Proteste sei ein Flüchtlingswohnheim angegriffen worden. Dies ist nicht der Fall.

Was ist passiert?

In der Nähe des EZB-Neubaus kam es am frühen Morgen des 18. März auch zu mehreren eingeworfenen Scheiben. Darunter befanden sich die Glastüren der Eingangstür des Mainhaus Stadthotels. Dieses kommerzielle Hotel befindet sich auf einem großen Areal des katholischen Kolpingwerks, auf dem – in einem anderen Gebäudekomplex – auch ein Tagungshaus zu finden ist, in dem Jugendliche, darunter junge Geflüchtete, wohnen. Dieses benachbarte Tagungshaus war zu keiner Zeit von den Steinwürfen vonseiten der Straße betroffen.

Die Mitteilung des Kolpingwerks zu den eingeworfenen Scheiben des Mainer Stadthotels ist diesbezüglich missverständlich, weshalb wir umgehend direkten Kontakt mit dem Tagungshaus aufgenommen haben. Unter den Mitarbeiter_innen des Kolpingwerks herrsche über dieses Missverständnis großer Unmut, erklärte uns eine pädagogische Fachkraft des Kolpingwerks in einer persönlichen Mitteilung an das Bündnis. Er stellte richtig, dass das Jugendwohnheim keineswegs das Ziel der Angriffe war, dass es zu jeder Zeit aufgesucht und verlassen werden konnte und dass es sich bei der Behauptung, eine Mitarbeiterin sei bei der Löschung einer brennenden Mülltonne bedroht worden, um eine Falschmeldung handele. Der Mitarbeiter wies zudem darauf hin, dass das „Mainhaus Stadthotel (ehemals Kolpinghotel) im Alltag alles daran setzt, dass die Jugendlichen – und hier auch die minderjährigen Flüchtlinge – nicht den Hoteleingang benutzen sollen, d.h. bewusst vom Jugendwohnen und seinen BewohnerInnen distanziert.“

Blockupy setzt sich von jeher für die Rechte und die Sicherheit von Geflüchteten und gegen die mörderische Abschottungspolitik der EU ein. Antirassistische Netzwerke haben zu den Blockupy Protesten mobilisiert (>> Aufruf “No Border goes Blockupy”), viele Geflüchtete haben sich am 18. März an den Protesten gegen die EZB und gegen die Politik der EU teilgenommen. Dieser antirassistische Ausdruck fand sich auf unsere kraftvollen Abschlussdemonstration wieder, die von Gesängen wie „Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here“ bestimmt war. Viele Blockupy Aktivist_innen beteiligen sich regelmäßig an Demonstrationen gegen PEGIDA und Naziaufmärsche und haben hierbei mehrfach Flüchtlingswohnheime mit ihren eigenen Körpern vor rechten Schlägertrupps geschützt.

Absurd ist daher der Versuch, Blockupy mit rassistischen Aktionen in Verbindung zu bringen. Ebenso absurd der Versuch einiger Rechtsradikaler, mit nationalistischen Parolen in unserer Demonstration Fuß zu fassen. Sie wurden umgehend auf Anweisung unseres Anmelders Ulrich Wilken (DIE LINKE) von Ordner_innen herausgedrängt.

Wir stellen hiermit richtig:

  • Während der Blockupy Proteste am 18. März wurde keine Unterkunft von Geflüchteten in Frankfurt angegriffen.
  • Es kam jedoch zu eingeschlagenen Fensterscheiben des Mainhaus Stadthotels und anderer Gebäude. Solche Aktionen befinden sich eindeutig außerhalb unseres Aktionskonsenses und sind daher nicht von Blockupy Aktionen ausgegangen.
  • Blockupy kämpft gegen die mörderische Abschottungspolitik der EU sowie gegen rechte und nationalistische Antworten auf die Krise . Wir organisieren uns zusammen mit Geflüchteten und setzen uns für ein demokratisches Europa ohne Grenzen und für die Sicherheit Geflüchteter ein.
  • Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen haben bei Blockupy keinen Platz.
  • Refugees are welcome here!

Siehe auch: Gewalt bei #Blockupy: Schluss mit der Heuchelei!  – #Destroika #M18 und

#M18 #Blockupy: Ein Statement aus den Umweltbewegungen

 

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