Hausbesetzung und Räumung in #Wuppertal

marien4Am Samstagabend wurde ein seit vielen Jahren leer stehendes Gebäude in der Marienstraße 41 (Wuppertal) besetzt. Die Polizei war sehr schnell vor Ort und räumte das Gebäude wieder, laut Polizeifunk ohne Kontakt mit der Polizeiführung aufzunehmen. Polizisten vor Ort sagten, dass sie kein Räumungstitel hatten. Nach angaben von Polizisten vor Ort, räumte die Polizei wohl, weil sie den Verdacht hatten, „dass sich mehrere Personen Illegal in dem Gebäude aufhalten“ würden. Heute, Sonntag den 31. August, wird es um 17:00 Uhr ein Treffen am AZ Wuppertal in die Markomannenstr 3 geben, denn „Häuser könnt ihr Räumen – Ideen nicht!“

Hier eine Erklärung der BesetzerInnen die u.a. auf Linksunten und auch in die Wuppertaler Rundschau publiziert wurde:

„Heute haben wir in der Marienstraße 41 auf dem Ölberg in Wuppertal-Elberfeld ein seit Jahren leerstehendes Haus beschlagnahmt, um ein centro sociale / refugee welcome center zu eröffnen. Wir wollen das seit Jahren leerstehende Haus nutzen, um einen für alle WuppertalerInnen zugänglichen Treffpunkt, Infoladen und Veranstaltungsort zu haben.

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Das ehemalige Second-Hand-Geschäft ist dafür gut geeignet. Unseres Wissens steht das Haus derzeit nicht zur Vermietung, sondern wird von den Eigentümern als reines Anlagekapital behandelt. Es ist daher schon seit Jahren ungenutzt und verkommt immer mehr.
Das Haus ist kein Einzelfall in der Nordstadt; mehrere Gebäude verfallen und sind ungenutzt, einige kaputten Häuser stellen sogar eine Belastung und Gefahr für AnwohnerInnen und PassantInnen dar, wie z.B. die Brandruine in der Bandstraße. Selbst kaputte Scheiben werden oft nicht ersetzt. Dabei gibt es zahlreiche sinnvolle und dringend benötigte Nutzungen, wie zum Beispiel soziale Treffpunkte in den Stadtteilen, Infoläden, Orte für freie Bildungsarbeit und Beratungsangebote, Gib-und-Nimm-Läden, unkommerzielle Kulturangebote, oder eben Anlaufpunkte für neu in Wuppertal ankommende Geflüchtete. Das heute von uns angeeignete Haus in der Marienstraße soll dementsprechend ein Ort für alle ÖlbergerInnen und WuppertalerInnen sein.
Wir fordern die Stadt Wuppertal dazu auf, solche leerstehenden Häuser zu enteignen und die Gebäude den Menschen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Wir wollen, dass die Stadt das in diesem Fall tut und es uns zu den oben genannten Zwecken zur Verfügung stellt.


Wir bitten alle NachbarInnen um Verständnis, dass wir sie nicht alle in die Planung einbeziehen konnten, und laden herzlich dazu ein, in den nächsten Tagen im Centro Sociale / Refugee Welcome Center auf dem Ölberg vorbeizukommen. Eine erste Gelegenheit zum Kennenlernen gibt es schon am Sonntagmorgen ab 11 Uhr bei einem Frühstück mit und für Nachbar*innen.
Auch Spenden sind uns herzlich willkommen, angefangen von Tischen und Stühlen über Stoffe, Wandfarben u.ä. bis hin zu Kuchen, Kaffee und Lebensmittel. Dringend brauchen wir auch eine große Glasscheibe, um den hässlichen Holzverhau des Ladenlokals zu ersetzen.

Wir grüßen die #Squattingdays in Hamburg und die Aktivist*innen von #Avanti in Dortmund und alle Besetzer*innen überall!“

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