„Das Autonome Zentrum Wuppertal muss an der Gathe bleiben!“ 

clip3Ein Kommentar aus dem Autonomen Zentrum Wuppertal aus der Massenzeitung, der diese Monat in eine Auflage von 10.000 Exemplare Gratis in Wuppertal verteilt wurde.

Das Autonome Zentrum existiert nun seit weit über zwanzig Jahren an der Gathe. Dies wurde möglich durch konsequente, auch militante Kämpfe in den 80er Jahren. Ab 1990 hatte es seinen Standort, dort wo jetzt der Parkplatz für eine städtische Turnhalle ist. Dann wechselte es 2000 an seinen jetzigen Standort an der Markomannenstr. 3. Auch die Räumlichkeiten die es in den 80er Jahren immer wieder temporär gab, waren in der elberfelder Nordstadt. Die Menschen dort kennen das Autonome Zentrum und so manche*r schätzt es auch, denn es ist klar das es z.b. so etwas wie das Sperrmüllfest, das regelmäßig auf dem Ölberg gefeiert wird, ohne das AZ nicht möglich wäre.

Mobi-Clip Nummer 2 Autonome 1. Mai Demo 2014 Wuppertal

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Es gibt zwar die offizielle Position der Stadt, dass das Autonome Zentrum möglicherweise „nur“ umziehen soll, doch solche Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen, denn es gibt momentan schlicht kein angemessenes Haus in der elberfelder Nordstadt, in das das Autonome Zentrum ausweichen könnte. Die Kultur des Autonomen Zentrums ist in der elberfelder Nordstadt lange vorhanden; hat sich dort entwickelt und ist dort etabliert und akzeptiert. Dazu sind Versprechungen seitens der Stadt in diesem Zusammenhang mit Vorsicht zu genießen, zumal es überhaupt kein konkretes Angebot an das Autonome Zentrum seitens der Stadt gibt, die Überplanung des AZs aber fröhlich weiter betrieben wird. Es muss befürchtet werden, dass es Kräfte in der Stadt gibt, die die Situation nutzen wollen, um das Autonome Zentrum Geschichte werden zu lassen. Aber es gibt keinen Grund warum das AZ dem „Islamischen Zentrum“, welches die DITIB Gemeinde bauen möchte, weichen sollte, zumal es sicherlich möglich wäre, dass die neue  Moschee und das Autonome Zentrum in direkter Nachbarschaft zueinander existieren. Ein vernünftiger Schallschutz würde sein Übriges tun. Außerdem wäre es wichtig, dass die DITIB sich, als quasi türkische Staatsmoschee auch zu den diversen Konflikten in der Türkei äußert. Zu nennen wären die aktuellen Auseinandersetzungen in der Türkei mit dem autoritären Ministerpräsidenten Erdogan, der nicht anerkannte Völkermord an den Armeniern und der Umgang mit Minderheiten, wie unter anderem den Aleviten und Kurden. In Wuppertal gab es im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten in der Türkei große Demos, die sich auch gegen die regierende religiöse AKP richteten. Vor einigen Jahren gingen zudem türkisch nationalistische Demos von der DITIB Moschee in Elberfeld aus. Das alles erfüllt uns mit Sorge und wir hoffen, dass sich die DITIB in Zukunft kritischer orientiert.

clip4Es scheint aber auch für die Stadtverwaltung wichtig zu sein, das AZ von seinem Standort zu verdrängen. Argumentiert wird mit einer notwendigen Eckrandbebauung. Es entsteht der Eindruck, dass der innenstadtnahe Stadtteil auf Kosten des AZs aus städtischer Sicht aufgewertet werden soll! Mit fatalen Folgen: Das AZ ist der einzige Raum in dieser Größe und mit den gebotenen Möglichkeiten in Wuppertal, in denen es möglich ist, vielfältige kulturelle, unkommerzielle Veranstaltungen zu machen. Im AZ steigen regelmäßig Punk-Konzerte, es treten Liedermacher*innen auf, es gibt ekstatische Elektro-Partys, Leute schmeißen Reggae und HipHop-Partys  und es gibt regelmäßige Kneipen, Film- und Vortragsabende zu diversen politischen und gesellschaftlichen Themen, bei denen wir wichtig finden, dass keiner ausgegrenzt wird. Wichtiger Bestandteil des AZs ist zudem die Vokü, die immer mittwochs sehr leckere, vegane Speisen für alle auf Spendenbasis anbietet. Das alles wird ohne Chef und ohne Staatskohle selbst organisiert.

Zudem ist das AZ aus den politischen und sozialen Auseinandersetzungen in der Stadt nicht wegzudenken. Ohne das AZ wäre der massenhafte Widerstand gegen die Naziaufmärsche in den letzten Jahren in Wuppertal schlicht nicht denkbar gewesen. Zudem sind es die Strukturen aus dem Autonomen Zentrum, die maßgeblich mit dafür sorgen, dass der alltägliche Kampf gegen die Nazis kontinuierlich weiter geführt wird. Die beharrliche Positionierung des AZs gegen sozialen Kahlschlag in der Stadt, gegen die fiese Behandlung in den Hartz 4 Behörden und gegen die Kriminalisierung von Sperrmüllsammler*innen sind unverzichtbar für unsere Stadt. Außerdem stellt sich das AZ immer wieder gegen Rassismus und Polizeigewalt. Sehr wichtig ist zudem die stetige Auseinandersetzung mit den Verbrechen des 

Nationalsozialismus. Das ist für viele Menschen, die gerne mit den Aktiven des Autonomen Zentrums zusammen arbeiten, in Wuppertal ungeheuer wichtig. 

Wenn Ihr Lust habt kommt doch einfach ins AZ. Beteiligt Euch an den Aktionen der Kampagne „AZ bleibt an der Gathe“! 

Infos unter az-wuppertal.de

 

Termine:

Vorabend Nachttanzdemo:  Mittwoch, 30. April, 19 Uhr, Deweert’scher Garten, Wuppertal-Elberfeld

Mobi-Clip Vorabend Nachttanzdemo:

Autonome 1. Mai Demo: Donnerstag, 1. Mai, 18:00 Uhr, Gathe/Höhe AZ, Wuppertal-Elberfeld

Mobi-Clip Nummer  1 Autonome 1. Mai Demo

 

 

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